Day 36/37 - Naturtrainingszentrum Thomasroith



Kettlebellseminar im Naturtrainingszentrum Thomasroith - ein Erlebnisbericht

Tickerfassung: Schee woar's wieda!!!

Kurzfassung: Oliver Klettner und Dominik Feischl haben an einem Septemberwochenende des Jahres 2010 im Naturtrainingszentrum Thomasroith in Oberösterreich ein günstiges und qualitativ hochwertiges Kettlebellseminar für Einsteiger und Fortgeschrittene  durchgeführt. Karl Humer rundete das Seminar als Überraschungsgast mit einer kleinen und feinen Hangeleinheit ab.

Etwas längere Fassung: Schee woar's wieda!!! Oliver Klettner und Dominik Feischl ... (kleiner Scherz ;-).
Es war wieder einmal ein wunderschönes Wochenende in Thomasroith und selbst das Wetter schien es dieses Mal gut mit uns zu meinen. Es war sonnig, teils bewölkt und KEIN Regen. Die Fahrt von Bach nach Thomasroith verlief wie im Fluge und dauerte keine zwei Stunden.

Aufgeregt und voller Tatendrang traf ich am oberen Sportplatz ein, um kurz darauf auf den unteren Sportplatz verwiesen zu werden. Gut, daß ich schon so ortskundig bin (hahaha :-). Keine halbe Stunde später beim unteren Sportplatz schon die erste Neuerung: Frauen im Naturtrainingszentrum. Für mich so neu, war ja auch erst ein paar Male dabei. Ich merkte es daran, daß ich mich umziehen wollte und zu hören bekam: "Bitte warten, meine Freundin zieht sich gerade um." Ah ja. Also habe ich mich gentlemenlike kurzerhand auf der Veranda der sporttechnisch höchst zweckmäßigen ausgerüsteten Holzhütte umgezogen. Nur keine Scheu - alles oder nichts - im Spätsommer auch in Oberösterreich ein Akt ohne schwerere Erfrierungen. Ob ich mich gerne in Details verliere? Urteilt selbst ;-).

Die Gruppe war wieder bunt gemischt und kam aus Österreich, Deutschland und Schweiz. Ein paar Mitstreiter kannte ich schon, durchwegs angenehme und motivierte Teilnehmer. Simon, der mich überhaupt erst auf die Naturtrainingsseminare aufmerksam gemacht hatte, war dabei. Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, daß Janis ebenfalls mit von der Partie  ist. Mit kurzen Haaren kam er mir gleich wie ein anderer Mensch vor :-)))). Dieses Mal war auch eine Highlandergruppe (mitsamt den Mädels) zugegen - stark und sympathisch. Was auch für die ewig miteinander stichelnden Pilatestrainer aus Hamburg und natürlich auch alle anderen Teilnehmer gilt.

Begonnen haben wir damit, uns in einem weitläufigen Kreis aufzustellen und uns kurz mit den jeweiligen Intentionen vorzustellen. Anschließend erfolgte (natürlich!) das Aufwärmen. Ich hatte keine Uhr dabei, aber es kam mir ungefähr wie eine halbe Stunde vor. Meine Gewohnheit, die Joint Mobilities vom Kopf her anzufangen, wurde etwas durcheinandergebracht - wir begannen mit der Hüfte. Letztlich wurden aber sämtliche Gelenke abgearbeitet und dem Kettlebellseminar angepaßt sämtliche Muskelgruppen erwärmt, Abläufe simuliert, Stretching durchgeführt. Neben den mir bereits bekannten Joint Mobility Excercises habe ich auch einige relativ neue Eindrücke mit nach Hause nehmen könnten. Vor allem die Gegenbewegung zum Zupacken, die Fingermobilisierung für Schreibtischtäter und die Ellenbogengelenkübung. Einfache und höchst effektive Mobilisierungsübungen.

Während des gesamten Seminars wurden Tipps und Hinweise für korrekte Ausführung der jeweiligen Übungen gegeben. Die Atmung wurde mit einbezogen und selbstverständlich wurden Fehlhaltungen etc. übungsspezifisch angesprochen und entsprechend bei den Teilnehmern korrigiert. Selbstverständlich für ein Naturtrainingsseminar in Thomasroith - soviel kann man mit Fug und Recht als Fakt stehen lassen. Eine solches Qualitätsseminar zu so einem günstigen Preis kann man in Deutschland und Umgebung mit der Lupe suchen - es gibt nicht viele!



Dann ging es ans eingemachte - die Kettlebells. Teilweise wurden diese von den Teilnehmern selbst mitgebracht. Ich nahm die zwei Zwölfer und die zwei Sechzehner Fitnessbells mit - ich habe keine anderen. Im Laufe des Seminar kam ich desöfteren in den Genuß Competitionbells zu benutzen - wow! Es hat mich echt erstaunt, daß der Griff der Sechzehner bei der Wettkampfbell dünner als bei der Fitnessbell ist. Und das Volumen der Wettkampfbells ist trotz unterschiedlicher Gewichtsklassen immer gleich. Für mich war das Training mit Wettkampfbells wesentlich angenehmer, ja leichter! Quasi unbemerkt habe ich zu Hause mit der Fitnessbell meine Griffkraft wegen des fast doppelt so dicken Griffes trainiert (und tue das gezwungenermaßen auch noch eine Zeitlang ;-). Sogar mit der Zwanziger Wettkampfbell konnte ich schon einige Übungen durchführen. Klar, am Schluß wurde es dann immer mehr eine Zwölfer Wettkampfbell, weil die Power trotz Pausen irgendwann ausging. Meine Neuanschaffungen werden in jedem Falle nur noch Wettkampfbells sein, soviel steht fest.

Insgesamt haben wir gar nicht soviele verschiedene Übungen mit den Bells durchgeführt, diese jedoch dafür umso ausführlicher und - wo möglich - in unterschiedlichen Varianten. Stets wurden die Übungen vorgezeigt und gut beschrieben. Schritt für Schritt wurden dabei die weiteren wichtigen Details der Atmung, Haltung, Durchführung mit hinzugefügt und es gab - nicht nur bei mir - zahlreiche AHA-Effekte. Die behandelten Hauptübungen beinhalteten Swings (obligatorisch), Rack Position, Clean, Presses-Pushpresses-Jerks und Snatches. Es wurden zwischendurch auch immer wieder kleinere Timed Sets ausgeführt, um ein Gefühl dafür zu entwickeln. Interessant für mich ist dabei auch der Ansatz, Energie durch geeignete Techniken zu sparen, um den (Kraft-)Ausdauereffekt der Bells optimal auszunutzen (was im Endeffekt die Profis in Wettkämpfen aus dem FF beherrschen müssen, um einen Platz auf dem Siegertreppchen zu erreichen).

Ich konnte wieder sehr viel mitnehmen (ein Skript wurde via Email nachgeschickt) und weiß, daß ein Seminar allein keinen Sommer macht. Natürlich (;-) macht auch hier stete Übung den Meister. Lernen oder wieder auffrischen konnte ich so, daß der Kopf stets neutral gehalten werden sollte, leichtes Eindrehen und die ideale Schulterhaltung selbige ergonomisch anspricht, mein Hipswing explosiver kommen muß  usw. Auch der Unterschied zwischen paradoxer und anatomischer Atmung wurde ausführlich dargelegt.
Was ich persönlich jedem/jeder empfehlen kann, der an einem Naturtrainingsseminar teilnehmen möchte: Getränke und leichte Snacks mitnehmen. Klar, klingt selbstverständlich, wird aber nicht immer optimal erfüllt. Für mich hat sich stilles Wasser, Obst (getrocknet oder frisch), Nüsse, Mandeln als optimale Unterwegs- bzw. Trainingsversorgung herausgestellt. Schließlich trainiert man - wenn auch mit bewußten kleineren und größeren Pausen Pausen - um die 5-7 Stunden!!!



Da das ja auch mein Blog ist, komme ich nicht umhin, auch von meinen persönlichen kleinen Erfolgen beim Seminar zu berichten. Für mich ist ein Naturtrainingsseminar in gewisser Hinsicht auch ein kleiner Fitnesstest. Durch nichts anderes als regelmäßiges Training, ausgewogener Ernährung, entsprechender Regeneration und dem auf gut neudeutsch Social Support Gleichgesinnter (hier hervorzuheben meine Frau Gabi, Till Sukopp, Dominik Feischl, Karl Humer, Jürgen Reis) konnte ich speziell in diesem dreiviertel Jahr (Januar bis September 2010) meine Fitness wesentlich steigern. Danke dafür!!!
Wie ich stets wieder erkennen darf - es gibt kein Geheimnis beim fit werden. Es gibt lediglich die Bereitschaft, sich und etwas zu bewegen, ein paar (durch und durch bekannte) Spielregeln und regelmäßige Aktivität. That's it!

Zu den Soft Facts zählt der Zuspruch verschiedener Teilnehmer und Coaches des Wintercamps 2010, daß ich nun um einiges schlanker aussehe (und auch bin :-). Die Hard Facts kamen dann zum Schluß des Kettlebellseminars, als Karl Humer das allseits beliebte (und gefürchtete ;-) Hangeln einläutete. Brauchte ich im Winter noch Hilfe, um mich zwischen den Stangen durchzuhangeln, habe ich es dieses Mal ohne Hilfe getan. Und das ganze nochmal wiederholt - immer unter dem Aspekt, daß wir vorher ca. 5-6 Stunden mit Pausen durchsetztes Kettlebell-Techniktraining durchgeführt haben! Das freut mich besonders und ich möchte hier auf diesem Wege nochmal den Naturtrainingscoaches danken, die mich massiv aufgebaut und an mich geglaubt haben. Selbstverständlich bleibe ich weiter am Ball!
Es wäre noch so viel zu erzählen, z.B. die kleine, aber nichtsdestotrotz für mich intensive Hangeleinheit in Karls Hangelparcour, das anschließende gemeinsame Frühstück. Oder die Übernachtung in einer Mischung zwischen Musikantenstadl und Technoschuppen. Oder ... oder ... oder.
Aber hey, ich will ja kein Buch schreiben... zumindest noch nicht ;-).

Viele Grüße,
Thomas


Die hier eingefügten Fotos wurden von Karl Humer erstellt und von mir für den Blog entsprechend angepasst ;-). Nachfolgend noch die Links der Coaches. Weitere Links werden hier gepostet, sobald ich diese weiß.

http://springysteel.blogspot.com/ --- Blog von Coach Oliver Klettner
www.naturtraining.at --- Blog von Coach Dominik Feischl
http://www.humerkarl.net/ --- Homepage von Coach Karl Humer

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4 Kommentare:

  1. Hey Thomas,

    es freut mich wirklich sehr so viel Nettes von dir zu lesen! Schön dass es dir gefallen hat und du was mitnehmen konntest! Freu mich schon auf ein baldiges Revival ;)

    Liebe Grüße und bleib auf dem Weg!
    Oliver

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  2. Ein schöner und sehr umfassender Bericht von einem wunderbaren Seminar und Tag :-)

    Eines muss ich allerdings anmerken: Du hast auch gegen Ende immer noch die 16er-Kugel geschwungen. Es war ich, der eine Gewichtsklasse nach unten gegangen ist :-D

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  3. es war einfach nur genial bei euch! wir kommen wieder...

    Grüße aus hamburg

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  4. @Oliver: Mich hat es auch sehr gefreut! Gerne wieder. Und vielleicht nehme ich dann noch jemand mit ;-).

    @Simon: Merci! Von den Kugeln her habe ich so ziemlich alles in den Händen gehabt, was greifbar war. Aber die 32er war mir dann doch etwas zu schwer :-))).

    @Sebastian: Hört, hört! :-) Ihr seid auch gern gesehen, so weit kann ich mich schon mal aus dem Fenster lehnen :-)

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